Was ist Schicksal, was ist Zufall?

Ich denke das hängt von jedem Einzelnen Individuum ab, also von seiner persönlichen Betrachtungsweise.
Es ist sicher einfacher etwas als Zufall zu deklarieren. Wenn man von dem Wort "Schicksal" spricht, dann doch meistens in bezug auf Schicksalsschlag, und das bedeutet immer etwas Negatives, wie zum Beispiel Unfall, Krankheit, Trennung oder Todesfälle.
Also ist das Wort Schicksal recht unangenehm. Und wir Menschen möchten mit unangenehmen Dingen nichts zu tun haben. Die meisten Menschen fangen erst dann sich mit dem Leben an sich und seiner eigenen Verantwortlichkeit auseinanderzusetzen, wenn es einem quasi "Selbst" an die eigene Substanz geht.

Schicksalsschläge machen einem abrupt klar, daß vieles nicht so verläuft, wie es geplant war.

Die meist selbstgebastelte Sicherheit platzt wie eine Seifenblase innerhalb Sekunden. Meist passiert es den Anderen, doch nicht einem Selbst!
Schicksalsschläge fordern auf, sich mit sich Selbst auseinanderzusetzen, sich der eigenen Vergänglichkeit bewußt zu werden, sich klar zumachen, daß Alles ein Ende hat.

Ein Ende kann aber auch ein Neuanfang bedeuten!

Das Erleben eines Schicksalsschlages birgt Chancen. Ich muß mich mit wirklichen Problemen auseinandersetzen. Und wie unwichtig werden die Probleme, die man vermeintlich hatte! Gehe ich in die Karibik oder nach Griechenland in den Urlaub; wie lege ich mein Geld zinsbringender an; oder ich zerbreche mir den Kopf, welche Farbe mein neues Auto haben soll usw.
Vielleicht begreift man in diesen Momenten das "Wesentliche". Solche Dinge bekommen dann den richtigen Stellenwert.
Anfangs ist man sicher wie gelähmt, manche brauchen sogar eine Art "Auszeit", bevor sie handeln können. Andere stürzen sich in Aktivitäten, bloß nicht nachdenken.
Aber früher oder später muß man sich damit auseinandersetzen. Und das ist eine Chance, sein eigenes Leben zu Überdenken. Es wird immer einen Zeitpunkt geben, da ist man alleine und wird mit dem Erlebten konfrontiert. Und dann ist entscheidend, wie man sein vergangenes Leben geführt hat. Wohlbehütet, immer eitel Sonnenschein, oder schon ein wenig abgehärtet, weil das Leben nicht immer in geraden Bahnen verlief. Speziell die Menschen, die sich ständig über Sachen und Leute Gedanken gemacht haben, das sie eigentlich "Nichts" angehen und sich als "Moralapostel" aufgespielt haben, müssen sich dann endlich Gedanken um sich selber machen und es kann jeden treffen. Auch Dich! Für die Menschen, die in ihrem Leben eigentlich nie "Sorgen" hatten, aber dennoch ständig in Angst gelebt haben, tut sich dann eine Neue Welt auf.

Der Horizont endet nicht an dem Zaun ihres Gartens, es gibt auch noch was dahinter.
Ich kann anfangen bewußter zu leben, sogar vielleicht eine bessere Lebensqualität erreichen, weil ich der Angst keinen Raum mehr lasse.

-Angst vor dem Morgen

-Angst vor Verlust

-Angst vor Krankheit...etc.

Endlich zu begreifen: Das "Heute" zählt...

Vielleicht wird sogar die Neugierde mein Begleiter, die Neugierde auf das Leben...mit all seinen Höhen und Tiefen, Positivem und Negativem, Nacht und Tag, die "Unabdingbar" zusammen gehören!

R.A. 1994


 

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